Ich habe dieses Action Replay MK-I Modul bekommen. Laut dem Verkäufer war es ungetestet und wurde aus diesem Grund als defekt verkauft. Es war in einem… sagen wir mal sehr gebrauchten Zustand. Das Gehäuse war dreckig, bis zu einem Punkt, an dem es fast schon eklig war, es anzufassen. Eine Seite des Gehäuses war aufgebrochen und ein Drehknopf fehlte. Das Modul muss irgendwann mal heruntergefallen sein.

Ich öffnete vorsichtig das Gehäuse. Die obere und untere Schale sind nur zusammengesteckt, es gibt keine Schrauben, also war es einfach, sie auseinanderzuziehen. Im Inneren fand ich eine Art Belag auf der Platine, also wurde vielleicht auch ein Getränk über das Modul verschüttet. Ich fand außerdem eine Menge feinen Papierstaub wie von Pappe, und eine kleine Delle an der Ecke der Platine, die durch den Sturz verursacht wurde.

Als Erstes habe ich das gesamte Modul ordentlich in einem Ultraschallreiniger gesäubert, nur mit warmem Wasser und einem Tropfen Spülmittel. Und ja, ich habe die Platine auch auf diese Weise gewaschen, sie dann abgetrocknet und mit Isopropanol (IPA) eingesprüht, um die letzten Wasserspuren zu entfernen. Dieses Bad hat Wunder gewirkt.
Ich ging davon aus, dass der Dreck auch das Innere der mechanischen Teile erreicht hatte, also beschloss ich, sie alle auszutauschen. Sie waren als Ersatzteile etwas schwer zu finden, aber immer noch verfügbar. Da der originale Knopf verloren gegangen war, habe ich ein anderes Potentiometer verwendet, das mit einem Knopf geliefert wurde. Leider ist der neue weiß, während der originale wahrscheinlich schwarz war, daher konnte ich den ursprünglichen äußeren Look nicht vollständig wiederherstellen.

Das Gehäuse war an einer Seite aufgebrochen, weil innen zwei Stifte abgebrochen waren. Ich habe die Stifte mit Sekundenkleber repariert. Danach habe ich das Gehäuse für einen Tag in die Sonne gelegt, was die Vergilbung ein gutes Stück entfernt hat. Dann konnte ich alles wieder zusammensetzen. Im Vergleich zum Originalzustand sieht das Action Replay jetzt wieder schön und sauber aus.

Ich habe einen Testlauf in meinem Amiga 500 gemacht, und es funktionierte einwandfrei! Jetzt habe ich ein Action Replay für meine Amiga-Sammlung. Das einzig Traurige ist, dass man es nicht auf ein MK-II oder MK-III aufrüsten kann, da diese Module anders aufgebaut sind.
Seit ich meinen Amiga 4000 bekommen habe, dachte ich darüber nach, ob ein Amiga 1200 die bessere Wahl gewesen wäre. Ich meine, der Amiga 4000 ist toll, weil er viel Platz für Erweiterungen hat. Aber andererseits ist er ziemlich klobig und schwer, daher macht es nicht viel Spaß, ihn zu einem Freund oder einer Party mitzunehmen, ganz im Gegensatz zum kompakten und leichten Amiga 1200.
Aber warum nicht beides haben? 😉 Ich hatte ein Amiga 1200-Angebot in der Bucht gefunden, das zu gut war, um es zu ignorieren, also habe ich ihn gekauft.

Es ist ein Amiga 1200 aus der Zeit, nachdem Commodore pleite ging und Escom übernahm und die letzten Amiga-Bestände verkaufte. Die gute Nachricht ist, dass die Escom-Gehäuse aus ABS mit einer Anti-UV-Behandlung hergestellt wurden, sie werden also nie vergilben. Die schlechte Nachricht ist, dass die Tastenkappen nicht behandelt wurden und mittlerweile sehr deutlich vergilbt sind.
Ich habe die Tastenkappen zum Aufhellen an die Experten vom CBM Museum Wuppertal geschickt. Das Gehäuse selbst ist fast in einem neuwertigen Zustand, es brauchte nur ein Bad in warmem Spülwasser.
Lass uns den Computer auseinandernehmen und einen Blick hineinwerfen.

Es gibt eine 2,5-Zoll-Festplatte, die sich als Träger einer Workbench, einiger Spiele und auch vieler fehlerhafter Sektoren herausstellte. Ich werde sie sowieso durch eine SD-Karten-Lösung ersetzen. Die Abschirmung hat etwas Flugrost und war um die ROMs herum verbogen, wahrscheinlich durch gewaltsames Heraushebeln der ROM-Chips mit einem Schraubenzieher. Abgesehen davon ist der Gesamtzustand ganz in Ordnung.

Unter der Abschirmung fand ich das Mainboard in einem guten Zustand vor, vor allem ohne Flugrost auf dem Modulator. Zu meiner Überraschung ist es ein Rev. 1D.1 Board, was eigentlich die erste weit verbreitete Board-Revision war. In einem der letzten Amigas, die jemals produziert wurden, hätte ich eher ein Revision-2-Board erwartet. Jedenfalls hatte ich Glück, denn die Revision 1D.1 soll die stabilste sein, und sie hat auch einen guten Lisa-Chip, der von HP hergestellt wurde. Auf beiden CIA-Chips fand ich Flussmittelspuren, das Board scheint also schon einmal repariert worden zu sein.
Laut meinem Kontakt beim CBM Museum Wuppertal verkaufte Escom alles, was sie in den Commodore-Restbeständen finden konnten. Angeblich produzierten sie auch „neue“ Amiga-Computer mit aufbereiteten Mainboards. Vielleicht ist das einer davon?
Ich habe zuerst Diag-ROMs eingesetzt und die Hardware überprüft, aber keine Probleme gefunden, also habe ich das System auf AmigaOS 3.2 aktualisiert. Als nächstes stand auf meiner To-Do-Liste der Austausch der Elektrolytkondensatoren, da diese im Laufe all der Jahre zum Auslaufen neigen und Schäden an der Platine verursachen. Das habe ich zuvor schon an meinem Amiga 4000 gemacht, aber bei diesem Modell war der Platz etwas begrenzter. Ich musste sogar einen frisch ausgetauschten SMD-Kondensator wieder entfernen, weil ein anderer Kondensator nicht mehr daneben passte.
Um die Stabilität von Turbokarten zu verbessern, wird empfohlen, die Kondensatoren E123C und E125C auf der Unterseite der Platine zu entfernen. Der einfachste Weg ist, zwei Lötkolben wie eine Pinzette zu benutzen.

Nach einer gründlichen Reinigung mit Isopropanol war das Board dann bereit, wieder ins Gehäuse einzuziehen.

Ich möchte den Amiga modernisieren, damit er an einen HDMI-Monitor angeschlossen werden kann. Die RGB-zu-HDMI-Lösung des Amiga 500 funktioniert allerdings nicht mit dem AGA-Chipsatz, also entschied ich mich, eine Indivision AGA MK3 von Individual Computers zu besorgen. Sie wird auf Lisa und einen der CIA-Chips aufgesteckt und bietet einen HDMI-Ausgang sogar mit Ton. (Was eine ziemliche Leistung ist, da beide Chips nicht mit einer Tonleitung verbunden sind.)
Da ich schon dabei war, habe ich den Speicher auch gleich mit einer ACA1211 erweitert. Leider stellte sich heraus, dass AmigaOS 3.2 inkompatibel zur ACA1211 ist, und das System bootet in dieser Kombination nicht. Ich musste wieder zu den originalen AmigaOS 3.0 ROMs zurückkehren. Letztendlich habe ich die ACA1211 gegen eine ACA1234 eingetauscht, die gleichzeitig eine Turbokarte ist und problemlos mit dem neuesten AmigaOS funktioniert.
Um das Kabelgewirr komplett zu machen, ersetzte ich das Diskettenlaufwerk durch ein GOEX-Laufwerk von Centurion Tech.
Centurion bietet auch LED-Platinen mit angepassten Farben an. Ich habe Blau als Power-LED, Grün als Floppy-LED und Rot als Festplatten-LED gewählt.

In der Zwischenzeit habe ich die gebleichten Tastenkappen zurückbekommen. Sie waren wieder fast weiß, aber leider gibt es immer noch einen leichten, aber sichtbaren Gelbstich. Vielleicht kaufe ich ein neues Set Tastenkappen, sobald sie verfügbar sind. Der Amiga würde dann wie neu aussehen.
Das originale Escom-Label ist nur ein billiger Aufkleber. Ich finde es hässlich, also habe ich es durch ein Replika-Commodore-Schildchen ersetzt.
Und dann konnte ich, zum ersten Mal nach meinem Kauf, das Gehäuse des Amiga 1200 wieder schließen.

Bitte heißt den neuesten Zugang in meiner Amiga-Sammlung willkommen!
Ein Jahr oder so, nachdem ich meinen Amiga 500 bekommen hatte, erweiterte ich ihn mit einem GVP Impact Series II A500-HD+ SCSI-Hostadapter und einer 45MB-Festplatte. Er ging zusammen mit dem Amiga 500 in den Ruhestand und wurde jahrzehntelang im Keller gelagert. Aber während der Amiga die Jahre in einem überraschend guten Zustand überstanden hat, hatte der GVP unter der Feuchtigkeit gelitten. Das Gehäuse war vergilbt, hatte aber auch Stockflecken, und der Metallrahmen hatte etwas Flugrost angesetzt.

Alles in allem schien es in einem schlechten Zustand zu sein, der schwer zu restaurieren war. Aber andererseits wäre es traurig, dieses schöne Stück Hardware abzuschreiben, während die ganzen anderen Amiga-Sachen eine Generalüberholung bekamen.
Ich habe das Gehäuse zur Reinigung und zum Bleichen an das CBM Museum Wuppertal geschickt. Es war ein bisschen peinlich, es in diesem schlechten Zustand einzuschicken, aber sie sagten, es kann gereinigt werden und wird danach wie neu aussehen. Mal sehen, ob sie Wunder vollbringen können.
Flugrost
Der Grundrahmen hatte viel Schmutz und Flugrost von der Lagerung, besonders in den Bereichen, die häufig berührt werden. Ich habe etwas Nigrin Auto-Metallpoliturpaste verwendet, um ihn zu reinigen, aber wahrscheinlich hätte es auch jede Metallpolitur für die Küche getan. Es war ein bisschen Arbeit, aber danach sah es fast wie neu aus.
Selbstversorgung (Self-Powering)
Es gab zwei Dinge, die mich an diesem Controller immer genervt haben. Das eine war der winzige Lüfter, der die Festplatte kühlen sollte, aber eine Menge Lärm machte. Das andere war, dass ein separates externes Netzteil benötigt wurde, um die Festplatte mit Strom zu versorgen.
Ich habe mir immer gewünscht, dass sich der Controller einfach selbst aus dem Amiga versorgt, aber mir war klar, dass die mechanische Festplatte dafür zu viel Strom zog. Das originale Fujitsu-Laufwerk verbrauchte etwa 10W! Mit einem SCSI2SD-Adapter ist der Stromverbrauch deutlich geringer, sodass eine Selbstversorgung machbar ist. Der SCSI2SD V5.2 Adapter zieht nur etwa 10mA, oder 0,05W.
Der Controller kann leicht modifiziert werden, um seinen Strom vom Amiga zu bekommen. Es gibt einen Blogbeitrag von davem2, der das erklärt. Alles, was du tun musst, ist, die Pads CN5 und CN6 mit etwas Lötzinn zu überbrücken.

Da der SCSI2SD-Adapter auch keine aktive Kühlung benötigt, konnte ich den lauten Gehäuselüfter endlich endgültig abgeklemmt lassen.
Achte nach der Modifikation darauf, das GVP-Netzteil nie wieder an den Controller anzuschließen. Es würde den Amiga über den Kartenanschluss mit Strom versorgen, was sehr wahrscheinlich zu Schäden an deiner Hardware führt. Verwende nach der Modifikation auch keine mechanischen Festplatten mehr. Wenn du stattdessen weiterhin das originale Netzteil verwenden möchtest, solltest du es vorher von einem Techniker überprüfen lassen.
Firmware-Upgrade
Durch einen glücklichen Zufall habe ich die neueste Firmware v4.15 in Ralph Babels Amiga-Archiv gefunden. Durch einen weiteren glücklichen Zufall fand ich auch ein 27128 EPROM in meiner Ersatzteilkiste, das einst von einem alten Mainboard abgelötet wurde.
Die originale Firmware hätte auch gut funktioniert, aber wenn es eine Möglichkeit für ein kostenloses Update gibt, warum sollte man sie nicht nutzen?

Wenn du stattdessen ein 27256 EPROM verwendest, achte darauf, das Image zweimal zu brennen, da die Hardware nur auf die obere Hälfte des Speichers zugreift.
Abschließende Arbeiten
Da sich auf dieser Platine keine Elektrolytkondensatoren befinden, gibt es keinen Bedarf für ein Recapping. Eine kleine Modifikation habe ich trotzdem vorgenommen: Ich habe die LEDs durch blaue (Power) und rote (Disk) ersetzt, da das zu einer Art Signaturfarbe für alle meine Computer geworden ist.
Danach habe ich der Platine ein gründliches Bad in IPA gegönnt und den Platinenstecker mit einem Kontaktreiniger gesäubert.

Ich habe auch zwei 1MB/70ns 30-Pin SIMM-Module für ein paar Euro in der Bucht gefunden, sodass ich das verfügbare Fast-RAM auf atemberaubende 4MB insgesamt verdoppeln konnte. (Denk daran, die Jumper entsprechend zu ändern, da es keine automatische Erkennung gibt.)
Zusammenbau
In der Zwischenzeit hatte das CBM Museum Wuppertal die gereinigte und gebleichte Abdeckung zurückgeschickt. Sie haben hervorragende Arbeit geleistet! Das Gehäuse sieht fast wie neu aus. Die Schimmel- und Schmutzflecken sind weg, und das Bleichen brachte die originale “Amiga-Beige”-Farbe zurück.

Da der SCSI2SD-Adapter ohne jegliche Art von Montagerahmen geliefert wird, musste ich mir selbst einen 3D-drucken. Leider kollidierte er mit dem Gehäuselüfter, sodass ich ihn schließlich einfach komplett entfernt habe.

Und das war’s. Der GVP-Festplattencontroller ist wieder mit seinem Amiga 500 vereint. Ich bin sicher, sie haben einander vermisst. 😉

Das hässliche Entlein ist endlich wieder ein wunderschöner Schwan geworden!
In dem ersten Teil habe ich den Amiga auseinandergenommen und das Mainboard repariert. In diesem zweiten Teil werde ich mich um ein neues Netzteil kümmern und das System dann wieder zusammenbauen.
Neues Netzteil
Es gibt auch Kondensatoren im Netzteil, die über die Jahre austrocknen und ausgetauscht werden müssen. Da ich jedoch kein ausgebildeter Techniker bin, lasse ich die Finger von jeglicher Hardware, sobald Netzspannung im Spiel ist.
Überraschenderweise passt ein Standard-SFX-Netzteil perfekt in die Netzteilöffnung an der Rückseite des Amiga-Gehäuses. Sogar die beiden Schraubenlöcher des Gehäuses passen perfekt, fast so, als wäre der SFX-Formfaktor genau für diesen Zweck erfunden worden. Unter dem Netzteil ist ausreichend Platz für den Lüfter, um die warme Luft aus dem Gehäuseinneren nach draußen zu befördern. Es gibt auch genug Platz für den längeren SFX-L-Formfaktor. Die meisten davon verwenden einen leisen 120-mm-Lüfter. Es wird lediglich ein Rahmen benötigt, auf dem das Netzteil sitzen kann.
Allerdings sind nicht alle SFX-Netzteile für den Amiga geeignet. Der Grund dafür ist, dass bei modernen PCs die Hauptlast auf der 12V-Leitung liegt, und es gibt auch eine 3,3V-Leitung. Beim Amiga liegt die Hauptlast jedoch auf der 5V-Leitung, die Last auf der 12V-Leitung ist vernachlässigbar, und die 3,3V-Leitung wird überhaupt nicht benötigt. Die meisten modernen Netzteile werden über die 12V-Leitung reguliert. Wenn dort zu wenig Last anliegt, können die anderen Spannungen instabil werden. Im besten Fall stürzt der Amiga dann einfach ab. Im schlimmsten Fall wird seine Hardware beschädigt. Es gibt Experten, die generell davon abraten, PC-Netzteile als Ersatznetzteil zu verwenden, also lass mich ein paar Warnungen aussprechen, bevor ich mit dem Artikel fortfahre.
WARNUNG: Ich empfehle, das originale Amiga-Netzteil zu behalten und es von einem Experten überholen zu lassen. Die Verwendung eines anderen Netzteils kann dauerhafte Schäden an deinem Amiga verursachen, möglicherweise erst Jahre nach dem Umbau. Selbstgebaute Stromadapter können deinen Amiga beschädigen, wenn sie falsch verkabelt sind, und bei Unterdimensionierung oder Kurzschluss sogar einen Brand verursachen. Du machst den folgenden Umbau auf eigenes Risiko nach. Im Zweifelsfall solltest du dein originales Amiga-Netzteil weiterverwenden.
Das originale Amiga 4000 Netzteil hat eine maximale Last von 145W. Selbst das kleinste SFX-Netzteil kann weit mehr als das liefern, also kannst du im Grunde jedes Netzteil wählen, das mindestens 90W (18A) auf der 5V-Leitung liefert. Dennoch ist die tatsächliche Auswahl sehr klein. Erstens sollte das Netzteil die 5V über einen separaten DC/DC-Wandler erzeugen, damit die Spannung stabil bleibt, auch wenn fast keine Last auf der 12V-Leitung anliegt. Zweitens muss der Netzteillüfter die ganze Zeit aktiv sein, da er der einzige Lüfter im Amiga ist, der die warme Luft aus dem Gehäuse transportiert. Viele moderne Netzteile haben jedoch eine hybride Lüftersteuerung und arbeiten bei geringer Last in einem passiven Kühlmodus.
Für meinen Amiga verwende ich:
- Ein be quiet! SFX-L Power 500W Netzteil. Laut Hersteller werden die 5V von einem DC/DC-Wandler erzeugt, und alle gelieferten Spannungen haben eine spezifizierte Mindestlast von 0A. Außerdem ist der Lüfter permanent in Betrieb, aber dennoch fast unhörbar. Einige der Anschlüsse des modularen Designs kollidieren mit dem Netzschalter, aber das ist kein Problem, es sei denn, du planst, mehr als drei Laufwerke zu verwenden.
- Einen 3D-gedruckten SFX-Adapterrahmen.
- Einen Canal PSD-1 Netzschalter. Sie werden nicht mehr hergestellt, sind aber noch auf Online-Marktplätzen zu finden. Wenn du keinen bekommen kannst, kannst du auch den aus deinem originalen Netzteil nehmen. (Öffne nicht das Netzteilgehäuse, sondern bitte einen Experten, ihn für dich auszubauen.)
- Einen ATX-zu-Amiga-Stromadapter. Ich habe mir selbst einen gebaut, unter Verwendung eines “ATX to Acer 12-pin” Stromadapters, eines TE Connectivity Mate-N-Lok 6-poligen Steckers, der heute noch erhältlich ist, und einer Crimpzange. Einige Amiga-Shops verkaufen auch fertig montierte Adapter.
Um den Stromadapter zu bauen, müssen die Kabel zwischen dem Amiga-Stromstecker und dem entsprechenden Pin des ATX-Stromanschlusses verbunden werden. Der PS_ON# und einer der COM-Pins werden mit dem Netzschalter verbunden. Alle Kabel sollten ausreichend dimensioniert sein.
Wenn alles zusammengebaut ist, stell sicher (stell doppelt sicher, stell sogar dreifach sicher), dass die Verkabelung korrekt ist, aber steck den Stecker noch nicht in das Mainboard. Drücke nun den Einschaltknopf und überprüfe die Spannungen. PWR_OK sollte 5V haben, aber es könnte flattern oder sogar 0V sein, weil das Netzteil im Moment keine Last hat. Die anderen Spannungen müssen korrekt sein und innerhalb einer Toleranz von 5% liegen. Halte den Test kurz, da er das Netzteil belasten kann.
Für den ersten Live-Test habe ich das CPU-Modul, die SIMMs und alle Zorro-Karten entfernt. So bootet der Amiga natürlich nicht. Aber falls etwas schrecklich schiefgehen sollte, wäre der Schaden nur auf das Mainboard beschränkt (was immer noch schlimm genug ist).
Dann habe ich den Strom eingeschaltet, zum ersten Mal seit vielleicht 20 Jahren. Die Power-LED leuchtete auf. Es gab keinen Rauch, keinen Geruch nach verbrannter Elektronik, alle Chips blieben kühl. Ich habe die Stromleitungen überprüft, und alle Spannungen lagen im erwarteten Bereich. Das sah richtig gut aus! Ich habe den Strom wieder ausgeschaltet.
Jetzt war ich zuversichtlich genug, das CPU-Modul und die SIMMs wieder einzubauen. Ich habe auch einen Scandoubler eingesetzt und einen Monitor daran angeschlossen. Dann habe ich das System wieder eingeschaltet. Und ein paar Sekunden später hatte ich ein Bild.

Ich war wahrscheinlich noch nie so glücklich, den Amiga-Boot-Bildschirm zu sehen! 🥲
Ich hatte etwas Geld und viele Wochenenden in das Restaurierungsprojekt investiert, mit ungewissem Ausgang. Die ganze Geduld hatte sich endlich ausgezahlt.
Zusammenbau
Die alten mechanischen Festplatten waren laut, langsam und produzierten viel Wärme. Da ich meinen Amiga so leise (und modern) wie möglich haben möchte, habe ich mich stattdessen für einen SCSI2SD Festplattenemulator entschieden. Alternativ kann auch ein IDE-zu-Compact-Flash-Adapter an den internen IDE-Header angeschlossen werden.
Abgesehen davon habe ich nur ein Diskettenlaufwerk im Laufwerkskäfig gelassen, aber vielleicht werde ich es später durch einen Gotek-Diskettenlaufwerksemulator ersetzen. Die minimalistische Ausstattung und das modulare Design des Netzteils sorgen für ein sauberes und aufgeräumtes Aussehen auf dieser Seite des Gehäuses. Es ist auch gut für die Belüftung.

Auf der anderen Seite sind die frisch mit neuen Kondensatoren versehenen MaestroPro- und Toccata-Soundkarten bereits wieder an ihre Zorro-Steckplätze zurückgekehrt.

Werfen wir einen Blick auf das Äußere. Das CBM Museum Wuppertal hat wieder hervorragende Aufhellungsarbeit geleistet. Die Tastatur sieht aus wie neu, und die Umrisse des alten Aufklebers auf der Vorderseite sind jetzt fast unsichtbar. Auch die Lackiererei hat gute Arbeit geleistet, die Abdeckung sieht jetzt fast nagelneu aus.
Ich habe versucht, meine originale Workbench-Installation aus den 1990er Jahren zu verwenden, die ich danach in einem UAE-Emulator weiterverwendet hatte, aber sie war zu durcheinander und brachte den echten Amiga beim Booten zum Absturz. Schließlich habe ich aufgegeben und eine frische Workbench 3.2 von Grund auf neu installiert.
Was noch fehlt, ist ein ZZ9000. Er wird hauptsächlich als HDMI-Grafikkarte und Ethernet-Karte dienen. Danach ist mein guter alter Amiga 4000 wieder bereit für seriöse Amiga-Programmierung. 😉
Danksagung
Ein Restaurierungsprojekt wie dieses ist ohne die Hilfe einiger Leute nicht möglich. Zunächst einmal möchte ich den Mitgliedern des A1K.org Amiga Board danken, insbesondere halbvier für die Organisation der seltenen Teile, die ich für die RTC-Reparatur benötigte. Ich möchte den Leuten vom CBM Museum Wuppertal für das sorgfältige Aufhellen der Plastikteile und für das nette Gespräch danken, das wir hatten. Ich möchte auch Jan Beta danken, weil sein YouTube-Kanal mich dazu inspiriert hat, meine beiden Amigas zu restaurieren.
Dieses Projekt ist meinem Bruder Robert gewidmet, der mir das Löten beigebracht und gezeigt hat, wie man alte Hardware repariert. Ich vermisse dich.
Mehr davon?
Lies über LinuxJedis doppelte A4000-Restauration.
Ich besitze immer noch zwei ZX Spectrum 48K aus meinen allerersten Tagen der Heimcomputer. Der erste ist mein eigener, den ich 1985 von meinen Eltern als Weihnachtsgeschenk bekommen habe. Der andere gehörte einem Freund. Er war kaputt und konnte nicht repariert werden, also wollte er ihn zuerst wegwerfen, gab ihn dann aber stattdessen mir.
Hier sind also die beiden Schwestern…

In diesem Artikel geht es um die Restaurierung meines eigenen ZX Spectrum. Es wird eine Fortsetzung für den anderen geben.
Lass uns einen Blick unter die Haube werfen. Dieser Speccy hat ein Standard Issue Two Board, mit einem frei verdrahteten Transistor auf der CPU als übliche Werksmodifikation dieses Boards.

Soweit sieht es ganz gut aus. Lass uns herausfinden, ob er noch funktioniert.
Composite-Mod
Alle Heimcomputer dieser Ära waren so konzipiert, dass sie an den “Antenneneingang” eines gewöhnlichen Farbfernsehers angeschlossen werden konnten. Der Fernseher wurde auf den UHF-Kanal 36 eingestellt, um das Signal zu empfangen. Die Bildqualität war damals ganz in Ordnung, aber für heutige Standards schlecht.
Heute haben fast alle Fernseher einen Composite-Eingang, sodass das Signal nicht mehr moduliert werden muss. Glücklicherweise lässt sich der ZX Spectrum leicht modifizieren, um ein Composite-Signal auszugeben. Zuerst werden die zwei vorhandenen Drähte an der Seite des TV-Modulators entlötet und einfach zur Seite gebogen (damit der Mod bei Bedarf rückgängig gemacht werden kann). Im Inneren des Modulators wird der Widerstand von der Cinch-Buchse getrennt. Dann wird ein neuer Draht vom ehemaligen Signalpad auf der Außenseite direkt zur Cinch-Buchse verbunden.
Nach dieser Modifikation kann der Spectrum direkt an den “Composite In” des Fernsehers angeschlossen werden. Die Modifikation kann leicht rückgängig gemacht werden, und es ist nicht nötig, ein zusätzliches Loch in das Gehäuse zu bohren.
Testen
Ich habe die originalen ZX Spectrum Netzteile verloren, aber jedes stabilisierte 9 V Netzteil mit mindestens 1,5 A reicht als Ersatz. Es ist sehr wichtig, die Polarität des Hohlsteckers zu überprüfen! Die meisten modernen Netzteile haben den Pluspol an der Innenseite des Steckers, während der ZX Spectrum den Pluspol an der Außenseite erwartet:
Viele Speccys wurden sicherlich durch die Verwendung eines Ersatznetzteils mit der falschen Polarität getötet.
Ich habe ihn eingeschaltet und zu meiner Überraschung funktionierte er immer noch!

Alles, was ich jetzt noch tun müsste, ist ihm die übliche technische Überholung zu verpassen.
Recapping
Als erstes müssen die Elektrolytkondensatoren ausgetauscht werden. Die alten trocknen im Laufe der Jahre aus und verlieren ihre Kapazität. Einige können sogar auslaufen und die Platine beschädigen.
Um das alte Aussehen zu erhalten, bevorzugen viele Leute axiale Kondensatoren mit der klassischen Form und einer blauen (oder zumindest schwarzen) Farbe.
Hochwertige axiale Kondensatoren sind schwer zu finden und recht teuer. Ich habe mich für Vishay-Kondensatoren mit einer erwarteten Lebensdauer von 2.000 Stunden entschieden. Die Referenzfotos des Händlers haben mich jedoch getäuscht. Die schönen schwarzen “klassischen” Kondensatoren hatten eine seltsame Form und eine Aluminium- oder kunststoffgraue Farbe. Sie sind nicht von schlechterer Qualität, ganz im Gegenteil, aber sie sehen einfach nicht nach Vintage aus. Ich habe mich trotzdem entschieden, sie zu verwenden.
Es gibt eine Falle bei den Issue 2 Boards: Die Polarität von C46 ist auf dem Siebdruck falsch herum angegeben. Der Kondensator muss mit dem positiven Ende nach links eingebaut werden.

Nach dem Recapping habe ich die Platine gründlich mit Isopropanol und einer Zahnbürste gewaschen. Dann war es Zeit für einen weiteren Test.
Operation erfolgreich…
…aber der Patient ist tot. Das habe ich gesehen, als ich ihn wieder eingeschaltet habe:

Offensichtlich habe ich etwas kaputt gemacht. 😯 Aber was?
Zuerst habe ich die Spannungen überprüft, aber sie waren in Ordnung. Kein Chip wurde heiß, außer der ULA, aber das ist normal.
Der ROM-Chip ist gesockelt, also habe ich ihn entfernt. Ohne das ROM führt die CPU immer den gleichen Befehl aus (RST 38h), was den Speicher füllt und zu einem deutlichen Bildschirmpattern führt.

Das Muster war da, also war die CPU in Ordnung, aber es gab etwas Rauschen darin. Ich vermutete einen kaputten RAM-Chip, und das Signal auf dem Datenbus sah auf dem Oszilloskop tatsächlich etwas seltsam aus. Ich begann, ein paar verdächtige RAM-Chips auszutauschen, aber um es kurz zu machen, es änderte nichts. Ich war offensichtlich auf dem Holzweg.
Ich testete das ROM, aber es war in Ordnung. Ich tauschte die ULA gegen die aus dem anderen Speccy, aber es half auch nicht. Ich überprüfte alle Kondensatoren, die ich ersetzt hatte, aber sie hatten die richtigen Werte und die richtige Ausrichtung, sogar dieser berüchtigte C46.
Was war gerade passiert, das einen zuvor funktionierenden Spectrum so schwer beschädigt hat?
Mir fiel auf, dass IC23 als einziger Standardchip in diesem Gerät gesockelt war. Er muss aus einer früheren Reparatur stammen, denn im Gegensatz zu allen anderen Lötstellen war das Zinn dort gelblich. Als ich die Stellen mit der Spitze meines Lötkolbens berührte, brutzelten sie auch. Das war einfach Schrott. Ich entfernte das alte Zinn komplett und lötete einen neuen Sockel ein.
Könnte das das Problem gewesen sein? Ich gab dem Speccy Strom. Und ja, er funktionierte wieder! 😄
Ich vermute, als ich die Platine mit Isopropanol gereinigt habe, habe ich das Flussmittel in diesen alten Lötstellen teilweise gelöst, wodurch sie kalt wurden. IC23 wird für das korrekte Zugriffs-Timing des oberen RAMs verwendet. Bei einem falschen Timing könnte das obere RAM einfach den gesamten Datenbus gestört haben.
Abschlussarbeiten
Nachdem der Speccy wieder zum Leben erweckt war, machte ich noch ein paar abschließende Reinigungen.
Ein defekter TR4 ist eine häufige Ursache für einen kaputten Spannungswandler. Hier funktionierte er noch, aber ich habe ihn vorsichtshalber durch einen ZTX651 ersetzt, was der zuverlässigere Nachfolgertyp ist.
Ich habe auch präventiv den 7805 Spannungsregler durch einen frischen ersetzt und Wärmeleitpaste zur besseren Kühlung verwendet. In der Retro-Szene ist es üblich, den 7805 durch einen modernen Step-Down-Wandler zu ersetzen, der keine Kühlung benötigt, aber ich habe mich dagegen entschieden. Ich spüre gerne die Hitze eines funktionierenden ZX Spectrum.
Die Flachbandkabel der Tastaturfolie wurden über die Jahre spröde und fingen bereits an zu brechen. Zum Glück gibt es neue Folien auf dem Markt. Und da ich gerade dabei war, bestellte ich auch ein transparentes Replika-Gehäuse, eine schwarze Gummitastaturmatte und eine Chrom-Frontplatte. Mir gefällt besonders die Idee eines transparenten Gehäuses, das das Innere dieses alten Computers sichtbar macht.

Die erste der beiden Schwestern ist nun restauriert. Die andere könnte jedoch schwieriger zu restaurieren sein, da es hieß, sie sei “irreparabel kaputt”. Lass uns das herausfinden.
Nachtrag
Behaupte nie, eine Reparatur sei abgeschlossen, bevor du nicht ein paar Diagnosen durchgeführt hast. Einige Monate später testete ich diesen Speccy mit einem Diag-ROM und stellte fest, dass drei obere RAM-Chips defekt waren.

Glücklicherweise gibt das Diag-ROM genaue Hinweise darauf, welche RAM-Chips ausgetauscht werden müssen. Es war auch ein Glück, dass ich noch genügend Ersatzchips auf Lager hatte.

Der Vorteil der verwendeten MHB6164-Chips ist, dass sie echte 64KBit-RAMs sind, sodass ich nicht darauf achten muss, dass sie zu den anderen TMS4532-RAM-Typen passen. Nach dem Austausch waren alle Diagnoseprüfungen endlich grün.




















