Es ist noch gar nicht so lange her, als ich meinen Umzug von GitHub zu Codeberg ankündigte.
Ich habe mich nun entschlossen, meine Fördermitgliedschaft bei dem Codeberg e.V. zu beenden und meine Repositories zu Codefloe umzuziehen.
Grund dafür ist die kürzliche Änderung in den Terms of Use, welche deutlich macht, dass Projekte, die überwiegend generative KI verwenden, bei Codeberg nicht mehr willkommen sind.
Bevor ihr nun die Mistgabeln holt, die Fackeln anzündet und mir einen Besuch abstattet: Ich liebe mein Handwerk, programmiere immer noch am liebsten selbst, statt Agenten zu orchestrieren.
Warum stört mich die Änderung der Terms of Use dann so?
Nun, erstens: Codeberg verbietet die Verwendung jeder Form generativer KI. Generative KI ist allerdings mehr, als sich von Claude haufenweise Programmcode erstellen zu lassen. Auch maschinelle Übersetzungen in andere Sprachen oder das automatische Generieren von Dokumentation sind LLM-Anwendungen, welche etliche Dateien generieren.
Beispiel: Mein Kurzromanprojekt Infinisomnia besteht aus den deutschen Episoden, die ich vollständig selbst geschrieben habe. Daneben liegen jedoch andere Sprachfassungen, die maschinell übersetzt wurden. Quantitativ ist der überwiegende Teil der Dateien in dem Projekt damit KI-generiert und das Projekt bestenfalls nur noch bei Codeberg geduldet. Das war der Hauptgrund meines Wegzugs.
Zweitens: Man kann zu generativer KI stehen, wie man will, aber sie wird nicht mehr verschwinden und viele Entwickler haben für sich Vorteile in der Nutzung gefunden. Man sollte es den Maintainern überlassen, welche Werkzeuge sie wählen und welche sie nicht wünschen. Ein plattformweites Verbot verweigert eine tiefere Auseinandersetzung mit der neuen Realität und treibt stattdessen die Spaltung der Community voran.
Codeberg begründet die Änderung auch damit, dass es viele Slop-Projekte gibt, die ihre Festplatten zumüllen. Das ist verständlich, aber ein Verbot wird wenig helfen, solange User weiterhin ihren Slop in die Plattform abladen können, bis sie erwischt werden. Hausrecht und damit entsprechende Möglichkeiten der Sanktionierung hatte Codeberg allerdings schon vor der Änderung.
Natürlich darf Codeberg mit seiner Plattform machen, was es möchte. Andererseits ist es auch mein Recht, eine Plattform (und einen Verein) zu verlassen, wenn unsere Anforderungen und Ziele divergieren.
Ich wünsche Codeberg alles Gute. Es war eine schöne gemeinsame Zeit.
Bild: Das “Forgejo”-Maskottchen von David Revoy (CC-BY 4.0)