Der Player spielt wieder. Zeit für einige letzte Reinigungsarbeiten.
Fünftes Problem: Kratzendes Lautstärkepoti
Nach dem Kalibrierungsteil wird das ein Spaziergang. Dachte ich zumindest.
Beim CDP-991 kann die Wiedergabelautstärke über die Fernbedienung geändert werden. Es gibt einen Motor, der tatsächlich den Lautstärkeregler und die Potentiometer antreibt. Die custom file-Funktion ermöglicht es, individuelle Lautstärkeeinstellungen für verschiedene CDs zu speichern.
Aufgrund der Konstruktion mit den Potis und dem Motor ist die Baugruppe für die Lautstärkeregelung ziemlich groß und mit Schrauben an der Frontblende befestigt. Ich habe die Schrauben und den Lautstärkeregler entfernt, konnte die Baugruppe aber trotzdem nicht zum Reinigen herausnehmen. Sie war noch irgendwo anders befestigt. Das Servicehandbuch gab keinen Hinweis darauf, wie man sie ausbauen kann.
Also versuchte ich einfach mein Glück und sprühte etwas Kontaktspray in die Löcher der drei Potis nahe der Vorderseite. Es funktionierte und ersparte mir, einen Weg finden zu müssen, die Baugruppe auszubauen.
Und das war’s… Ich schloss das Gehäuse und polierte es mit einem Mikrofasertuch und einem sanften Reinigungsmittel. Dann legte ich Batterien in die Fernbedienung ein.
Willkommen zurück im Wohnzimmer, mein guter alter CD-Player! 😀
Rückblick
Rückblickend bin ich überrascht, wie viel nach 27 Jahren noch funktioniert und in gutem Zustand ist. Ich bin auch überrascht, dass ich noch ein gutes Servicehandbuch und alle notwendigen Ersatzteile bekommen konnte.
Für die meisten Teile der Restaurierung brauchte ich nur einen Schraubendreher, Wattestäbchen, Isopropanol und Schmierfett. Im Grunde kann das also jeder machen, der nicht zwei linke Hände hat. Nur der Austausch der Lasereinheit und die Kalibrierung erfordern aufwändigere Ausrüstung.
Der CD-Player spielt endlich wieder Musik, hat aber immer noch Probleme mit den hinteren Titeln.
Viertes Problem: Abgenutzter Laser
Lass uns herausfinden, wie abgenutzt der Laser wirklich ist. Ich habe ein Kabel an den RF-Testpunkt gelötet und es an ein Oszilloskop angeschlossen.
Das Service-Handbuch empfiehlt eine spezielle Test-CD, aber du kannst für den RF-Test jede beliebige CD verwenden. Ich habe herausgefunden, dass ältere CDs bessere Ergebnisse lieferten, wahrscheinlich weil moderne Produktionsmethoden billiger und weniger reflektierend sind. Verwende keine CD-R, da diese Discs einen Farbstoff verwenden und nicht so reflektierend sind wie normale CDs.
Laut Service-Handbuch sollte das Signal eine Amplitude von etwa 1.2Vpp (+0.2V, -0.4V) haben.

Die tatsächliche Amplitude liegt knapp über 600mVpp, weit unter dem erforderlichen Minimum von 800mVpp.
Das Erste, was man jetzt versuchen sollte, ist, die Linse zu reinigen. Ich habe dafür ein Wattestäbchen und 100% Isopropanol verwendet. Danach war die Amplitude mit etwa 880mVpp etwas besser, lag aber immer noch beim Minimum.

Ich könnte den Player nun neu kalibrieren und versuchen, das Beste aus ihm herauszuholen.
Aber ehrlich gesagt, ein neuer Pickup für diesen Player kann in der Bucht für weniger als 20 € bestellt werden. Es ist nicht original, da Sony den KSS-240A nicht mehr produziert. Aber ich bin neugierig, wie gut dieser Nachbau eigentlich ist. Falls er schlechter sein sollte, könnte ich immer noch den originalen weiterverwenden.
Die optische Lasereinheit ist sehr empfindlich gegenüber statischer Entladung. Wenn du den Austausch zu Hause ausprobierst, verwende ein Antistatik-Armband und andere ESD-Schutzmaßnahmen bei der Handhabung!
Der Austausch der Lasereinheit war viel einfacher als erwartet. Nur ein Plastikclip hält die Metallwelle des Schlittens an Ort und Stelle, sodass sie leicht herausgezogen werden konnte. Danach konnte ich die alte Lasereinheit entfernen.
Und wo ich schon dabei war, reinigte ich die Welle und die Kunststoffteile noch einmal gründlich vom alten Fett und trug etwas frisches Silikonfett auf. Ich habe auch etwas Fett auf die Zahnräder aufgetragen, die den Schlitten bewegen.
Dann setzte ich die neue Lasereinheit ein und fixierte sie mit der Welle. Der erste Test mit der neuen Lasereinheit brachte gute und schlechte Nachrichten. Die gute Nachricht ist, dass der Nachbau funktioniert und die RF-Amplitude jetzt sogar über der Obergrenze von 1.4Vpp liegt.

Die schlechte Nachricht ist, dass das Laufwerk jetzt ein lautes und furchtbares pfeifendes Geräusch machte. Also habe ich den Player neu kalibriert, wie in diesem Restaurierungsprojekt eines ähnlichen Players beschrieben.

Die Kalibrierung war erfolgreich. Das pfeifende Geräusch ist weg (außer bei Titelwechseln) und der Player spielt wieder alle Titel ab. Ich bin sicher, dass ein erfahrener Techniker ihn noch viel besser kalibrieren könnte, aber ich bin mit dem Ergebnis zufrieden.
Und dank meiner gründlichen Reinigung sind auch die Schlittengeräusche viel besser. Auf jeden Fall gut genug, wenn man das Alter des Players bedenkt.
Ich bin fast fertig! Es bleibt nur noch ein winziges Problem: Das knisternde Lautstärkepoti.
Im letzten Teil habe ich die Schublade wieder funktionstüchtig gemacht. Das ist eine Voraussetzung für diesen Teil: Das Einlegen einer CD.
Drittes Problem: Blockierter Schlitten
In die geöffnete Schublade legte ich eine zufällige CD aus meinem Regal. Dann drückte ich den Schließen-Knopf. Die Schublade schloss sich, und ein paar Sekunden später zeigte der Player die Anzahl der Titel und die Gesamtspielzeit an. Yaaay! 🎉 Die optische Abtasteinheit scheint zu funktionieren.
Mutig drückte ich die Play-Taste, die Disc begann sich zu drehen, und dann…
Nichts. Keine Wiedergabe. Einfach nur Stille.
Mir fiel auch auf, dass das charakteristische Geräusch des sich bewegenden Schlittens fehlte, wenn ich durch die Titel wechselte.
Mein erster Gedanke war, dass der Laser vielleicht doch abgenutzt war. Aber andererseits hätte die Abtasteinheit dann nicht das Inhaltsverzeichnis der CD lesen können. Es schien eher so, als würde der Schlitten feststecken.
Ich habe das Laufwerk wieder zerlegt. Die Abtasteinheit bewegt sich auf einer Metallwelle und einer Kunststoffschiene. Beide waren gefettet. Ich entfernte das alte Schmiermittel vorsichtig mit Wattestäbchen und Isopropanol und trug dann ein kleines bisschen frisches Silikonfett auf.
Nächster Versuch… Und dieses Mal war er erfolgreich! Nach etwa 15 Jahren hörte ich wieder Musik aus meinem guten alten CD-Player!
Aber ich bin noch nicht fertig, da ich bereits einige weitere Probleme entdeckt habe. Der Player weigert sich, höhere Titelnummern abzuspielen, und der Schlitten macht beim Titelwechsel immer noch seltsame Geräusche. Außerdem knistert das Lautstärke-Potentiometer schrecklich und muss gereinigt werden. Mehr dazu in den nächsten Teilen.
Im ersten Teil habe ich meinen CDP-991 nach 15 Jahren wieder eingeschaltet. Nächster Schritt: Die Schublade öffnen.
Zweites Problem: Schwacher Schubladenriemen
Ich drückte die “Open/Close”-Taste, und die Schublade öffnete sich. Ich drückte die Taste erneut, und die Schublade schloss sich. Fast. Nach ein paar Sekunden öffnete sie sich wieder. Offensichtlich war der Mechanismus zu schwach geworden, um die Schublade vollständig zu schließen.
Die Explosionszeichnung im Servicehandbuch zeigte, dass die Schublade von drei Zahnrädern und einem Riemen bewegt wird. Ich baute das Laufwerk und dann die Schublade aus, um den Schubladenriemen freizulegen. Tatsächlich war er über die Jahre ausgeleiert.
Warnung: Im Gehäuse befinden sich spannungsführende Teile. Bevor du es öffnest, ziehe immer den Netzstecker. Wenn du den Strom bei geöffnetem Gehäuse einschalten willst, triff immer geeignete Maßnahmen, um dich vor dem versehentlichen Berühren spannungsführender Teile zu schützen. Im Zweifelsfall solltest du besser eine ausgebildete Fachkraft um Hilfe bitten.
Es war einfach, für nur ein paar Euro einen neuen Schubladenriemen in der Bucht zu finden. Ich habe einen bestellt, und er wurde bereits am nächsten Tag geliefert.
Nach dem Austausch des Riemens und dem Zusammenbau des Laufwerks öffnet und schließt sich die Schublade nun endlich. Es ist eine clevere Konstruktion. Das obere Zahnrad bewegt die Schublade. Wenn sie fast geschlossen ist, werden die Zahnräder zur Seite gedrückt und drehen den darunter liegenden Nocken (das silberne Teil auf dem Foto). Der Nocken drückt die optische Einheit nach oben und klemmt die CD auf die Spindel. Dieser Teil der Bewegung erfordert ziemlich viel Kraft. Zu viel für den alten und abgenutzten Riemen.
Es ist eine gute Idee, den Riemen nach all den Jahren auf Verdacht auszutauschen. Wenn sich die Schublade immer noch nicht schließen lässt, könnten die Schalter an der Schubladenmotoreinheit die Übeltäter sein. Auf dem Foto kannst du ihre “Zungen” links und rechts vom Motor sehen. Diese Schalter erkennen, wann die Schublade vollständig geöffnet oder geschlossen ist. Die Kontakte könnten über die Jahre schmutzig geworden sein und müssen nur etwas gereinigt werden. Da die Schublade meines Players jetzt normal funktioniert, habe ich diesen “Spaß” auf einen langen und langweiligen Wintertag verschoben. 😉
Der nächste Schritt ist entscheidend. Ist der Laser-Pickup nach all den Jahren noch funktionsfähig? Lass es uns herausfinden! Ich werde eine CD einlegen.
Lass uns zur Abwechslung mal ein Hardware-Projekt machen. Vor ein paar Tagen habe ich meinen guten alten CD-Player aus der Zeit gefunden, als ich Anfang zwanzig war. Es ist ein CDP-991. Sony hat sie um 1991 herum produziert.
Ich erinnere mich noch, als ich in einem HiFi-Laden war und den CDP-991 ausprobierte. Ich hatte meine „Horror-CD“ mitgebracht. Sie hatte ein paar tiefe Kratzer, weil ich unvorsichtig damit umgegangen war. Mein alter CD-Player zu Hause konnte Titel 1 nur mit vielen Aussetzern abspielen und kapitulierte bei den nächsten Titeln. Ich fragte mich, wie der CDP-991 sie abspielen würde. Vielleicht würde er Titel 1 fast ohne Aussetzer und sogar ein bisschen von den nächsten Titeln abspielen? Ich war verblüfft, als der Player völlig unbeeindruckt von den Kratzern war und einfach alle Titel fehlerfrei abspielte. Ich habe den CDP-991 auf der Stelle gekauft. 😁
Er war die Komponente meiner HiFi-Anlage, auf die ich am meisten stolz war. Und selbst viele Jahre später - in den Zeiten von MP3-Playern, Smartphones und Streaming - hatte ich nie den Mut, ihn wegzuwerfen. Er stand in einem Pappkarton, vergraben in einem Abstellraum, und wartete geduldig darauf, dass ich ihn wiederentdecke. Jetzt ist die Zeit gekommen…
Heute habe ich meinen guten alten CD-Player zum ersten Mal nach vielleicht 15 Jahren wieder eingeschaltet, und er startete einfach. Ich war glücklich, das Display wieder aufleuchten zu sehen.
27 Jahre haben jedoch sicherlich ihre Spuren an dem Gerät hinterlassen. Lass uns herausfinden, wie schlimm der Schaden ist.
Erstes Problem: Amnesie
Der CDP-991 ist mit einer Funktion ausgestattet, die Sony „Custom File“ nennt. Der Player kann bis zu 185 Discs erkennen. Man konnte den CD-Titel einstellen, langweilige Titel löschen und individuelle Indexmarkierungen speichern. Man konnte sogar den Text „NO DISC“ anpassen. Ich habe ihn damals in „-FEED ME-“ geändert, als Anspielung auf Audrey II aus dem Musical Der kleine Horrorladen.
Dieser benutzerdefinierte Text war nun weg, und der Player begrüßte mich wieder mit dem standardmäßigen „NO DISC“.
Ich war darüber nicht allzu sehr überrascht. Heute sind wir es gewohnt, große Datenmengen auf SD-Karten zu speichern, die diese ohne Stromversorgung für Jahrzehnte behalten. Zur Zeit, als der Player gebaut wurde, waren EEPROMs die einzigen nichtflüchtigen Speicher auf dem Markt. Sie konnten kaum ein paar Bytes speichern, weit entfernt von 185 Disc-Titeln. Für solche Datenmengen war es üblicher, statisches RAM und eine Backup-Batterie zu verwenden.
Ich ging davon aus, dass die Batterie leer war und ausgetauscht werden musste. Schlimmer noch, auslaufende Batteriesäure hätte die Platine beschädigen können. Ich öffnete das Gehäuse und suchte nach einer Backup-Batterie, fand aber keine. Also hoffte ich, einen Schaltplan zu bekommen und mehr darüber herauszufinden, wie der Player seine Daten speichert. Nach nur wenigen Minuten fand ich das offizielle Service-Handbuch als herunterladbares PDF in exzellenter Qualität. Das Internet ist großartig!
Das Handbuch hatte gute Nachrichten für mich. Anstelle einer Batterie hat Sony einen 0,1F Kondensator verwendet, der in der Lage ist, Daten im statischen RAM für etwa einen Monat ohne Netzstrom zu erhalten. Ihm ist schon vor langer Zeit die Energie ausgegangen, aber alles, was ich tun musste, war, den Player wieder ans Stromnetz anzuschließen, um ihn wieder aufzuladen.
Natürlich war das Erste, was ich tat, den „NO DISC“-Text wieder in „-FEED ME-“ zu ändern.
Das erste Problem ist behoben. Nächster Schritt: Die Schublade öffnen.