Willkommen zum ungeplanten vierten Teil des Dreiteilers, wie man Fedora auf dem Lenovo ThinkPad X100e installiert. 😁
Ich beschreibe diesmal, wie man mit laptop-mode-tools weitere Stromsparmaßnahmen vornimmt, um noch ein wenig mehr Laufzeit aus dem Akku herauszukitzeln.
Ein nicht zu unterschätzender Energiefresser ist die Festplatte. Im Batteriebetrieb lohnt es sich, den Motor der Festplatte so lange wie möglich zu stoppen. Festplatten, die in Notebooks verbaut werden, sind für diesen Einsatz optimiert. Sie lassen sich weitaus öfter und schneller starten als ihre großen Brüder im PC.
Wer allerdings schon mal versucht hat, mit hdparm die Festplatte nach einigen Minuten automatisch schlafen zu legen, wird festgestellt haben, dass bei Linux der Schlummer von kurzer Dauer ist. Schon nach wenigen Sekunden fährt die Festplatte wieder hoch. Grund sind verschiedene Dienste, die ständig auf die Festplatte zugreifen.
Hier hilft ein kleines Tool namens laptop-mode-tools. Es erkennt, wenn das Notebook im Batteriebetrieb arbeitet, und passt verschiedene Parameter an, um den Energieverbrauch zu senken. Zum Beispiel werden Daten, die auf die Festplatte geschrieben werden sollen, erst einmal gesammelt und dann gebündelt nach spätestens zehn Minuten auf die Platte gebracht. Der Nachteil liegt auf der Hand: Stürzt das System aus irgendeinem Grund ab, sind bis zu zehn Minuten Arbeit weg.
In den gängigen Fedora-Repositories ist das Paket nicht vorhanden. Glücklicherweise bietet die Projekt-Website Pakete für Fedora an, die sich leicht installieren lassen:
yum localinstall --nogpgcheck \
http://samwel.tk/laptop_mode/tools/downloads/rpm/laptop-mode-tools-1.45-1.noarch.rpm
Die Default-Konfiguration lässt sich auf dem X100e ohne Änderungen einsetzen. Mit einem kleinen Zusatzscript kann die Festplatte außerdem bei Batteriebetrieb zu weiteren, internen Stromsparmaßnamen überredet werden. Dazu legt man die Datei /etc/laptop-mode/batt-start/hdparm.sh mit Execute-Rechten und folgendem Inhalt an:
#!/bin/bash
if [ "$1" = "start" ]; then
hdparm -q -B1 /dev/sda
else
hdparm -q -B128 /dev/sda
fi
Jetzt brauchen wir den Dienst nur noch zu aktivieren:
service laptop-mode start
chkconfig laptop-mode on
Fertig. Wenn alles gut gegangen ist, kann man nun hören, wie die Festplatte im Batteriebetrieb gelegentlich schlafen geht und wieder aufwacht.
Um eine wichtige Arbeit zwischendurch auf die Festplatte zu sichern, kann das Kommando sync aufgerufen werden. Die Festplatte fährt dann sogleich hoch und alle angesammelten Änderungen werden gespeichert.
Im vorherigen Teil wurde beschrieben, wie Fedora 13 auf dem ThinkPad X100e installiert und die Hardware fast komplett unterstützt wird. In diesem letzten Teil werde ich nun noch etwas Feinschliff am System anlegen.
Feststelltasten-Applet
Das Netbook hat keine LED, um den Status der Feststelltasten anzuzeigen. Hierfür kann das lock-keys-applet für Gnome installiert werden: yum install lock-keys-applet. Dieses zeigt auf dem Gnome-Panel den Zustand der Hochstelltaste (“Caps Lock”), Numlocktaste und Rollentaste an. Da das X100e keinen separaten Nummernblock besitzt (und die Rollentaste schon lange keine Funktion mehr hat), können in den Einstellungen des Feststelltasten-Applets bis auf die Hochstelltaste alle Anzeigen deaktiviert werden.
Touchpad- und Trackpoint-Einstellungen
Nach dem Installieren des Paketes gpointing-device-settings (als Root yum install gpointing-device-settings ausführen) können mit dem Aufruf des gleichnamigen Kommandos das Touchpad und das Trackpoint eingestellt werden. Das Touchpad scheint nicht Multitouch-fähig zu sein, obwohl eine solche Konfiguration angeboten wird. Gesten wie das Rollen mit zwei Fingern wurden bei einem kurzen Test nicht erkannt.
Energiesparen durch Undervolting
Wie schon erwähnt, ist der verbaute AMD Athlon Neo-Prozessor die Achillesferse des X100e, da sein Stromhunger an der Akkulaufzeit zehrt und unnötig viel Abwärme erzeugt. Lindern kann man das Problem durch Undervolting. Hierbei wird die Kernspannung so weit abgesenkt, dass der Prozessor gerade noch zuverlässig funktioniert. Durch die geringere Spannung sinkt der Energieverbrauch und damit die erzeugte Abwärme. Andererseits besteht die Gefahr, dass das System einfriert oder (schlimmer) der Prozessor sich unbemerkt verrechnet.
Undervolting verändert im Gegensatz zu Overclocking nicht die Rechenleistung des Systems, und ist dadurch verhältnismäßig ungefährlich. Eine zu hohe Spannung kann allerdings den Prozessor dauerhaft beschädigen. Die folgenden Schritte sollten also nur von jemandem ausgeführt werden, der genau verstanden hat, was er da macht. Notwendig ist Undervolting jedenfalls nicht, das X100e funktioniert schon so gut genug.
Beim Athlon Neo handelt es sich um einen K8-Prozessor, welcher von cpupowerd unterstützt wird. In den typischen Fedora-Repositories gibt es leider kein fertiges Paket, so dass man es selbst bauen muss.
Da cpupowerd sich mit um die lastabhängige Taktung des Prozessors kümmert, muss der üblicherweise zu dem Zweck verwendete Daemon cpuspeed erst einmal abgeschaltet werden:
chkconfig cpuspeed off
service cpuspeed stop
Als nächstes wird eine Konfigurationsdatei mit den Originalwerten angelegt: cpupowerd -a /etc/cpupowerd.conf
Jetzt kommt der etwas problematische Teil. Für die beiden verfügbaren Taktstufen des Athlon Neo müssen die Spannungen gefunden werden, unter denen der Prozessor gerade noch zuverlässig arbeitet. Die folgenden Schritte führen sehr wahrscheinlich zum Absturz des Systems. Es empfiehlt sich also, erst einmal alles zu speichern und noch offene Programme zu schließen.
Mit dem Kommando cpupowerd -F "0|1600" wird zunächst die hohe Taktstufe (1,6 GHz) ausgewählt. Mit dem Kommando cpupowerd -s wird der ursprüngliche Spannungswert (in der Zeile VID) ermittelt - dieser darf niemals überschritten werden. Anschließend wird die Spannung stufenweise um 0,05V oder 0,025V gesenkt. Mit cpupowerd -V "0|0.975" wird die Spannung zum Beispiel auf 0,975V abgesenkt. Wenn das System sich merkwürdig verhält oder sofort abstürzt, war die Spannung zu gering. Läuft das System weiter, sollte zum Beispiel mit einem Benchmark-Programm das System belastet werden, um sicherzustellen, dass sich der Prozessor nicht verrechnet. Mit cpupowerd -s kann die korrekte Taktstufe und die gewählte Spannung verifiziert werden. So tastet man sich an die Minimalspannung heran, unter der das System noch stabil läuft.
Der gleiche Vorgang wird mit der niedrigen Taktstufe (800 MHz), die man mittels cpupowerd -F "0|800" erreicht, wiederholt. Das Ergebnis ist für beide Taktstufen jeweils ein Spannungswert. Dieser hängt von Fertigungstoleranzen bei der Herstellung der CPU ab, jeder muss also die individuelle Untergrenze seiner CPU selbst ausloten.
Die beiden Spannungswerte werden in die /etc/cpupowerd.conf an entsprechende Stelle eingetragen, und der cpupowerd-Daemon wird gestartet.
chkconfig cpupowerd on
service cpupowerd start
Er kümmert sich von nun an um die lastabhängige Taktung der CPU. Andere Tools sollten nicht mehr verwendet werden.
Es ist jetzt immer noch möglich, dass das System sich fehlerhaft verhält oder abstürzt, zum Beispiel in einer wärmeren Umgebung. In dem Fall sollten die Spannungswerte in der /etc/cpupowerd.conf wieder etwas angehoben werden (allerdings nie über die ursprünglichen Maximalwerte hinaus).
Wunderwerke sollte man vom Undervolting nicht erwarten, das Ergebnis kann sich trotzdem sehen lassen. Bei meinem X100e sank die CPU-Temperatur im Leerlauf von 50°C auf 47°C, während sich die Akkulaufzeit um etwa 30 Minuten verlängerte. Auch die Gehäuseunterseite fühlt sich subjektiv kühler an.
Lüftersteuerung
Normalerweise übernimmt ein Embedded Controller im ThinkPad die Regelung des Lüfters unabhängig vom Betriebssystem. Der Lüfter arbeitet immer in einer Drehzahl, die Lenovo für sicher hält. Wem diese Vorgabe zu konservativ ist, kann mittels entsprechender Userland-Tools selbst die Drehzahl des Lüfters steuern. Hierzu wird das thinkpad_acpi-Kernelmodul mit dem Parameter fan_control=1 aufgerufen. Anschließend kann mit einem Script die Drehzahl direkt gesteuert oder der Lüfter ganz angehalten werden.
Bei diesem Verfahren besteht die große Gefahr, dass der Prozessor überhitzt und beschädigt wird. Aus diesem Grund werde ich hier nicht weiter auf diese Funktionalität eingehen, sondern nur erwähnen, dass sie beim X100e möglich ist.
Fazit
Dieser letzte Teil zeigt, dass die Möglichkeiten des ThinkPad X100e nach der Grundinstallation von Linux noch nicht erschöpft sind. Nach diesem letzten Schliff haben wir ein Linux-System eingerichtet, das die Hardware fast vollkommen ausreizt. So erhält man für einen relativ geringen Preis ein gut aussehendes und leicht zu transportierendes Linux-Netbook, das für die meisten Office-Aufgaben schnell genug ist und viel Freude bereitet.
Nachdem ich im ersten Teil die Hardware des ThinkPad X100e näher betrachtet habe, geht es jetzt ins Eingemachte. In diesem Teil beschreibe ich, wie Fedora 13 auf dem X100e installiert wird. Leider ist es nicht ganz so leicht wie erwartet.
Vorab sollten als erstes mit dem vorinstallierten Lenovo-Tool die Recovery-Medien für Windows 7 angefertigt werden. Damit lässt sich das System später bei Bedarf wieder in den Auslieferungszustand zurückversetzen.
Beim Erstellen der Medien ist ein wenig Vorsicht geboten. Erstmalig bietet Lenovo nämlich auch an, einen USB-Stick als Ziel für die Recovery-Disk zu wählen. In der Praxis kann das jedoch zu Problemen führen, da manche USB-Sticks auch mit aktiviertem Boot-Flag das Booten verweigern. Die Windows-Lizenz gestattet jedoch nur einen Versuch, so dass ein zweiter Versuch mit einem anderen USB-Stick oder mit der guten alten DVD nicht mehr möglich ist. Es empfiehlt sich also, besser gleich die DVDs zu brennen.
Wer (wie ich) Windows komplett von der Platte putzt, sollte sowieso die Anschaffung eines externen Brenners erwägen. Lenovo bietet die BIOS-Updates nämlich auch als iso-Image an – und BIOS-Updates sind beim X100e weder selten noch unnütz.
Die Installation
Da das X100e kein eigenes Laufwerk hat, muss die Installation entweder über ein externes DVD-Laufwerk oder über einen bootfähigen USB-Speicherstick erfolgen.
Für die Installation wählte ich die gewöhnliche 64bit-Version von Fedora 13. Der grafische Installer von Fedora startet korrekt. Die Ethernet-Schnittstelle wird erkannt und erlaubt es, schon während der Installation Updates aus dem Netz nachzuladen. Die WLAN-Hardware wird allerdings nicht erkannt.
Die Partitionierung nahm ich selbst vor, wobei ich Windows 7 komplett von der Platte tilgte und alle Partitionen (bis auf die boot-Partition natürlich) verschlüsselte.
Die Installation selbst läuft erfreulich reibungslos ab. Die Geschwindigkeit des Installationsprozesses lässt bereits erahnen, dass das System für alltägliche Arbeiten am Rechner ausreichende Leistungsreserven hat, selbst wenn der Single-Core-Prozessor sich nebenbei noch um die Festplattenverschlüsselung kümmern muss. So weit, so gut.
Der erste Start
Die erste Euphorie legt sich beim Start des frisch installierten Systems. Das Display zeigt nur die Kontur der Fedora-Blase, danach passiert gar nichts mehr. Der Fehler ist bekannt: Der radeon-Treiber hat Probleme im Zusammenhang mit der Helligkeitsregelung des Displays.
Abhilfe:
- Neu starten und das GRUB-Startmenü holen.
- Dort ’e’ drücken, um die Bootparameter zu editieren.
- Die “Kernel”-Zeile auswählen und erneut ’e’ drücken, um sie zu bearbeiten.
radeon.modeset=0an die Zeile anhängen.- Return drücken und den Bootvorgang mit ‘b’ starten.
Damit startet das System zwar, aber halt ohne Plymouth, da KMS erst einmal deaktiviert ist. Später muss radeon.modeset=0 auch in der /etc/grub.conf an die Kernel-Zeile angehängt werden, damit beim nächsten Mal das System von selbst startet.
Was schon funktioniert
Ein erster Test zeigt, dass fast die komplette Hardware bereits funktioniert. Grundlegende Geräte wie Tastatur, Touchpad, Trackpoint, Display, Audio (mit Einschränkungen, siehe unten), LAN und sogar der Kartenleser stehen sofort zur Verfügung. Die eingebaute Webcam arbeitet ebenfalls und kann zum Beispiel mit Cheese genutzt werden. Auch der Nahfunk Bluetooth funktioniert, es kann über das Bluetooth-Symbol im Gnome-Benachrichtigungsfeld aktiviert werden.
Einige Modelle bieten UMTS-Unterstützung an. Mein Modell nicht, deshalb kann ich nichts dazu sagen. Ich habe bei meinen Recherchen allerdings gelesen, dass nach einem BIOS-Update die UMTS-Karte möglicherweise nicht mehr sichtbar sei.
Schauen wir uns jetzt mal an, was noch nicht funktioniert…
WLAN
Der für WLAN verwendete Chip RTL 8192-SE von Realtek wird derzeit vom Kernel nicht unterstützt. Um WLAN zu benutzen, kommt man nicht umhin, den Kernel-Treiber selbst zu kompilieren. Als Voraussetzung müssen die Entwicklungswerkzeuge installiert sein. Mit yum groupinstall Entwicklungswerkzeuge geschieht dies im Handumdrehen.
Der Quelltext für den RTL8192SE-Treiber kann direkt von Realtek heruntergeladen werden. Er wird wie folgt vom Root-User kompiliert und installiert:
cd /usr/local/src
tar -xzf rtl8192se_linux_2.6.*.tar.gz
cd rtl8192se*
make
make install
modprobe r8192se_pci
Damit steht dann auch das WLAN zur Verfügung. Nach jedem Kernelupdate muss das Modul allerdings erneut kompiliert und installiert werden.
Suspend/Resume
Das X100e kann nach der Installation bereits schlafen gelegt werden, zum Beispiel durch Schließen des Deckels. Nur mit dem Aufwachen hakt es noch, das Display bleibt einfach dunkel.
Hier fehlt ein entsprechender Video-Quirk, der an das Ende der Datei /usr/share/hal/fdi/information/10freedesktop/20-video-quirk-pm-lenovo.fdi unmittelbar vor das letzte </match> eingefügt wird:
<match key="system.hardware.product" string="35082DG"> <!-- Thinkpad X100e -->
<merge key="power_management.quirk.vga_mode3" type="bool">true</merge>
<merge key="power_management.quirk.reset_brightness" type="bool">true</merge>
<merge key="power_management.quirk.radeon_off" type="bool">true</merge>
<merge key="power_management.quirk.dpms_on" type="bool">true</merge>
<merge key="power_management.quirk.s3_bios" type="bool">true</merge>
</match>
Das “35082DG” entspricht der Modellnummer des X100e, die zum Beispiel auf dem Karton steht.
Ein Problem bleibt trotz des Quirks noch. Nach dem Aufwachen ist die Displayhelligkeit sehr gering und muss von Hand wieder auf den gewünschten Wert eingestellt werden.
Audio
Die Audioschnittstelle funktioniert grundsätzlich. Beim Einstöpseln eines Kopfhörers werden die eingebauten Lautsprecher aber nicht abgeschaltet, und das interne Mikrofon funktioniert auch nicht. Beide Fehler werden voraussichtlich mit dem kommenden Kernel 2.6.34 behoben sein.
Grafik
Bei einem frisch aufgesetzten System funktioniert die Helligkeitsregelung des Displays nicht richtig. Verstellt man die Helligkeit im Betrieb, lässt sich die hellste Stufe anschließend nicht mehr einstellen. Der Fehler ist mit dem Kernel 2.6.33.5-112 glücklicherweise behoben.
Das Aktivieren von Desktopeffekten soll bei KDE zum Absturz führen. Zumindest unter Gnome kann ich das Problem nicht bestätigen, hier arbeitet Compiz Fusion einwandfrei.
Der proprietäre Treiber ist derzeit keine Alternative, da er mit dem X-Server 1.8, der in Fedora 13 Verwendung findet, noch nicht zusammenarbeitet. So ist man auf den vorinstallierten Open Source-Treiber vorläufig angewiesen, der aber bereits eine ordentliche Leistung hinlegt.
Fazit
Wie man sieht, sind die Probleme, auf die man beim ThinkPad X100e stößt, durchaus beherrschbar. Die entsprechenden Änderungen dürften in absehbarer Zeit in den Kernel oder entsprechenden Paketen einfließen.
Im dritten und letzten Teil werde ich noch ein wenig Feinschliff am System anlegen. Zum Beispiel wird mittels Untervolting der Stromhunger des Prozessors ein wenig gezügelt.
Mit dem ThinkPad X100e hat Lenovo ein ziemlich attraktives Netbook auf den Markt gebracht, nicht zuletzt wegen des Designs, der Ausstattung und des Preises. Doch wie steht es mit der Linux-Unterstützung? Und lässt sich die einzige wirkliche Schwäche, der stromhungrige Prozessor, auch unter Linux ein wenig lindern?
In diesem ersten Teil beschreibe ich erst einmal die Hardware selbst. Der zweite Teil wird sich mit der Installation von Fedora 13 auf dem System beschäftigen, und im dritten Teil gebe ich dem System noch einen letzten Schliff, Stromsparmaßnahmen inklusive.
Aber schauen wir uns das ThinkPad erst einmal etwas näher an…
Das Gehäuse
Das X100e wirkt Lenovo-typisch gut verarbeitet. Allerdings merkt man auch hier und da, dass der Rotstift angesetzt wurde, um den Preis zu drücken.
Das Gehäuse ist vollständig aus Kunststoff, wirkt aber dennoch stabil und wertig. Ein Displayscharnier aus Metall, wie es bei teureren ThinkPads zu finden ist, gibt es beim X100e nicht. Auch an den LEDs hat Lenovo gespart. Es gibt kein optisches Feedback für Festplattenzugriffe oder den Zustand der Hochstelltaste, und auch die Tastaturbeleuchtung, die man sonst bei ThinkPads findet, fehlt. Die LEDs für den Ladebetrieb und Standby funzeln trübe vorne am Gehäuse vor sich hin; bei heller Umgebung ist deren Licht kaum noch zu erkennen.
Auffällig ist das für ThinkPads typische Duett aus Touchpad und Trackpoint. Das Touchpad liegt etwas vertieft im Gehäuse, wodurch es sich besser ertasten lässt. Andererseits stößt man beim Bedienen schnell mit dem Finger an die darüber liegenden Maustasten für den Trackpoint.
Als eine Besonderheit der ThinkPad-Serie bietet das X100e eine “Chiclet-Tastatur”, die nicht nur gut aussieht, sondern sich auch sehr gut bedienen lässt. Selbst längere Texte lassen sich auf dieser Tastatur bequem tippen. Man vergisst schnell, dass man kein ausgewachsenes Notebook unter seinen Fingern hat.
Der Akku stört den guten äußeren Eindruck ein wenig. Dass Lenovo einen großen 6-Zellen-Akku verbaut, ist dem energiehungrigen Prozessor geschuldet. So werden die kompakten Maße des Gerätes und das geringe Gewicht durch den verhältnismäßig schweren und hinten herausstehenden Akku wieder zunichte gemacht. Eine fragwürdige Designentscheidung war es, die hinteren Gummifüße am Akku anzubringen, obwohl das Gehäuse genug Platz geboten hätte. Nimmt man den Akku ab, um ihn zu schonen, liegt das Gehäuse direkt auf dem Tisch auf.
Aber genug der Äußerlichkeiten, schauen wir mal auf die inneren Werte.
Das Display
Der Displaydeckel schnappt einfach nur zu, ohne arretiert zu werden, und kann mit ein wenig Fummelei über eine Kerbe rechts an der Außenseite wieder geöffnet werden. Da die Maustasten vom Touchpad bei geschlossenem Deckel immer noch vorne herausstehen, ist man anfangs geneigt, das Display an den Maustasten zu öffnen.
Die Bildqualität ist für ein Gerät dieser Preisklasse erstaunlich gut! Das Display ist sehr hell, kontrastreich und selbst beim Betrachten von der Seite noch sehr akzeptabel. Die Oberfläche ist nicht völlig matt, aber immer noch reflektionsarm genug, um zusammen mit der hellen Hintergrundbeleuchtung im Freien problemlos arbeiten zu können.
Beim verbauten Panel scheint Lenovo also glücklicherweise keine Kompromisse zugunsten des Preises gemacht zu haben.
Prozessor und Lüfter
Das wohl größte Manko des X100e ist der Prozessor. Lenovo hat einen AMD Athlon Neo MV-40 verbaut, dessen einzelner Core in 65 nm-Technologie gefertigt wird und für diese Leistungsklasse mittlerweile üppige 15 Watt in Wärme umsetzt. Das verkürzt nicht nur die Akkulaufzeit, sondern erfordert auch eine aufwändigere Kühlung. (Im dritten Teil werde ich beschreiben, wie man den Energiebedarf des Prozessors noch ein wenig optimieren kann.)
Ein Vorteil des Athlon Neo gegenüber zum Intel Atom ist, dass es sich um einen 64 bit-Prozessor handelt, der dank AMD-V auch für Virtualisierung bestens geeignet ist. Und wem die Leistung eines Singlecores nicht ausreicht, kann mittlerweile auch auf X100e-Modelle mit Dualcore-Prozessor ausweichen. Für übliche Internet- und Office-Aufgaben ist die Singlecore-Variante aber völlig ausreichend.
Der eingebaute Lüfter springt schon wenige Sekunden nach dem Einschalten an und läuft dann permanent durch. Allerdings ist das Lüftergeräusch nur in einer leisen Umgebung zu hören und klingt nicht unangenehm. Unter Last wird der Lüfter vorübergehend deutlich hörbar, und läuft am Ende der Lastphase noch einige Minuten in der hohen Drehzahl nach.
Die Betriebstemperatur
In anderen Testberichten liest man häufig, dass das X100e sich auf der Unterseite stark erwärmt. Zumindest mit dem getesteten BIOS 1.23-1.19 kann ich das nicht bestätigen. Die Unterseite erwärmt sich im Betrieb zwar spürbar, bleibt aber in einem akzeptablen Rahmen, so dass selbst ein längerer Betrieb auf dem Schoß möglich ist.
Fazit
Was ist das X100e eigentlich, ein Netbook oder ein Subnotebook? Lenovo zeigt, wie fließend der Übergang sein kann. Die hervorragende Tastatur, der zusätzliche Trackpoint und das überzeugende Display sprechen an sich für ein Subnotebook, die Leistung des verbauten Prozessors dagegen für ein Netbook. Auf jeden Fall bietet Lenovo aber mit dem ThinkPad X100e ein schönes Stück Hardware.
Wie heißt es so schön: Immer wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine neue.
Auf dem Fedorablog habe ich gestern das letzte Posting geschrieben. Die Site werde ich voraussichtlich Ende September schließen. Amerikanische Firmen müssen ihre Marke verteidigen, sonst verlieren sie sie. Die Erfahrung durfte ich 1998 schon mit der Firma Palm machen, und jetzt halt wieder. Wobei Red Hat sich da wesentlich community-freundlicher benimmt! Allerdings ist der Vertrag in amerikanischem Legalese geschrieben, und verlangt auch die dort üblichen Markenzeichen-Symbole (wie “Fedora®”). Im Endeffekt also viel Aufwand, nur um in Lizenz eine Domain benutzen zu dürfen. Wozu?
Ich sehe den Umzug in meinen privaten Blog eher als einen Neuanfang… Den Nachrichtenumfang vom Fedorablog werde ich (schon aus Zeitgründen) nicht beibehalten, also nicht die Release jeder Alpha-, Beta oder Final ankündigen oder es melden, wenn yum mal wieder klemmt.
Andererseits: Das Fedorablog repräsentierte die Community, weshalb ich meine persönliche Meinung weitgehend in den Hintergrund gestellt hatte. In meinem persönlichen Blog brauche ich auf solche Sachen nicht mehr zu achten. Auch nicht schlecht…
Wie geht es jetzt weiter? Ich werde die Artikel im Fedorablog sichten. Vieles davon ist mittlerweile obsolet (zum Beispiel, dass Fedora 7 veröffentlicht wurde) und kann an sich weg. Andere Artikel werde ich in das Fedora Wiki stellen oder hier in das Blog übernehmen. Die ganzen Arbeiten werde ich im Oktober erst beginnen können, also bitte ein wenig Geduld. 😀
Neue Artikel zum Thema Fedora (und weiteren Linux-Distributionen) wird es unter der Kategorie “Fedorado” geben. (Danke an Jan Ehrhardt für diese geniale Idee.)
Und zu der “Primer”-Kategorie aus dem Fedorablog, die bei dem Setup eines neu installierten System hilfreich ist, lasse ich mir auch noch etwas einfallen.